18. September 2020

Alles fällt schwer - Selbstversuch im Alterssimulationsanzug GERT

Wie fühlt es sich an alt zu sein? Der Sender hr-fernsehen wollte es wissen. Reporter Jens Pflüger schlüpft für die Sendung maintower vom 17.09.2020 einen Tag lang in unseren Alterssimulationsanzug GERT. Autofahren, Gartenarbeit, Wasserkisten tragen - der Selbstversuch endet für Jens in totaler Erschöpfung und in der Erkenntnis, dass ältere Menschen unseren Respekt verdienen, dass wir aber auch verständnisvoll und geduldig sein sollten, wenn es einmal etwas langsamer geht.

7. September 2020

GERT – Der Alterssimulationsanzug in Schneverdingen

Mit dem 5-jährigen Projekt Kommune Inklusiv engagiert sich Aktion Mensch für die Umsetzung von Inklusion vor Ort. In Schneverdingen wollen die kommunale Verwaltung, die Vereine und anderen Organisationen, die Lebenshilfe Soltau e.V. und die Aktion Mensch gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgernlang den Sozialraum fristig weiterentwickeln, hin zu einem Ort, an dem jeder Mensch willkommen ist. Ziel ist es, ein „Schneverdingen für alle“ zu erreichen, dafür gilt der Grundsatz: „Es ist normal, verschieden zu sein“. Im Rahmen dieses Projektes wird auch unser GERT eingesetzt. Im Zuge der Planungen haben sich die Akteure überlegt, wie wir bei der Bevölkerung mehr Verständnis für Menschen mit Behinderung wecken können. Schnell wurde hierbei klar, dass die Selbsterfahrung mit dem Alterssimulationsanzug GERT hierzu am besten geeignet ist.

Link zu Internetseite des Projektes ...

26. Mai 2020

Studie der Universität des Saarlandes über GERT ist veröffentlicht

Wie bereits in diesem Blog erwähnt, empfiehlt das Sportwissenschaftliche Institut der Universität des Saarlandes in Saarbrücken unseren Alterssimulationsanzug GERT und es nutzt ihn auch selbst im Rahmen der Forschung. Die Fachzeitschrift „Experimental Aging Research“ hat nun einen Fachbeitrag veröffentlicht. Im Internet ist eine englischsprachige Kurzfassung verfügbar. Hier die Übersetzung:

Wie ein Alterssimulationsanzug die motorischen und kognitiven Leistungen und die Selbstwahrnehmung bei jüngeren Erwachsenen beeinflusst

Janine Vieweg (M.Sc.) & Sabine Schaefer (Univ.-Prof. Dr. phil.)
Sportwissenschaftliches Institut, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Erhalten 15. Nov. 2019, Akzeptiert 05. Mai 2020, Online publiziert: 23. Mai 2020

Hintergrund/Studienkontext
Wir untersuchten den Einfluss des Tragens eines Alterssimulationsanzugs (GERT) auf die grobmotorische, feinmotorische und kognitive Leistung bei gesunden jungen Erwachsenen.

Methodik
In einem Within-Subject-Design haben wir 20 junge Erwachsene (M Alter = 22,3 Jahre) mit und ohne Alterssimulationsanzug getestet. Wir erfassten die Funktion der Grobmotorik (funktioneller Fitnesstest) und der Feinmotorik (Purdue Pegboard Test), die kognitive Leistung (Digit Symbol Substitution Test) und Fragebögen zum wahrgenommenen körperlichen Zustand und zur Stimmung. Grob- und Feinmotorik-Tests lieferten Normen für große Stichproben von älteren Erwachsenen.

Ergebnisse
Das Tragen des Alterssimulationsanzugs führt zu erheblichen Leistungseinbußen in allen Aufgabendimensionen mit hohen Effektgrößen. Je nach Subtest wurden die Leistungen der Teilnehmer bei fast allen Tests der Grob- und Feinmotorik auf das Niveau der mittleren 50- bis 85-Jährigen reduziert. Auch die Stimmung und der wahrgenommene körperliche Zustand nahmen beim Tragen des Anzugs ab.

Schlussfolgerung
Wir legen dar, dass der GERT-Anzug eine attraktive Möglichkeit bietet, die Auswirkungen von alterungsbedingten sensorischen und motorischen Verlusten experimentell zu simulieren und schlagen zukünftige Studien mit diesem Ansatz, im Hinblick auf kognitiv-motorisches Dual-Tasking oder motorisches Lernen, vor.

Hier finden Sie die Online-Veröffentlichung in Englisch ...

25. Mai 2020

Die Prävention nicht übertragbarer Krankheiten ist auch sehr wichtig

Auch wenn derzeit ein einziges Virus unser Denken und Handeln zu bestimmen scheint, gibt es doch viele weitere Risiken für unsere Gesundheit und unser Leben. Neben weiteren Infektionskrankheiten, die zu schwerer Erkrankung und zum Verlust des Lebens führen können, sind es besonders die nichtübertragbaren Krankheiten, die uns als Individuum aber auch unsere Gesellschaft bedrohen. So können Herzinfarkt und Schlaganfall das Leben von Menschen, die mitten im Leben stehen, plötzlich und unerwartet beenden. Der Schlaganfall ist zudem die häufigste Ursache für mittlere und schwere Behinderung. Chronische Erkrankungen wie Diabetes und COPD genauso wie Krebserkrankungen führen zu einem langen Leiden, welches neben den Betroffenen selbst, auch deren Angehörige stark belastet.

Da viele Millionen Menschen in Deutschland unter diesen Erkrankungen leiden, wird auch unser Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialsystem dauerhaft stark beeinträchtigt. Und gerade jetzt zeigt sich die ganze Wucht der gesellschaftlichen Bedrohung. Zigmillionen Menschen, hunderttausende Unternehmen in denen diese arbeiten, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Freizeitstätten und sogar sehr viele soziale und karitative Einrichtungen und Organisationen müssen nun um Ihre Existenz bangen, damit die Infektionskrankheit COVID-19 eingedämmt werden kann, weil diese besonders das Leben chronisch Erkrankter bedroht.

Denn eine zusätzliche Infektionskrankheit kann das verfrühte Lebensende auslösen, welches eigentlich durch die chronische Erkrankung verursacht wird. Dieses Risiko darf aber auch nicht überschätzt werden, denn obwohl im Falle der Infektionskrankheit COVID-19 nicht zwischen Auslöser und Ursache entschieden wird und teilweise sogar nur eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 vorliegt, die weder Auslöser noch Ursache ist, liegen hier die Sterberaten ein Zigfaches unter den Sterberaten, beispielsweise der Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

So ist es eine Tatsache, dass nur ein geringer Anteil der derzeitigen Sterbezahlen in Verbindung mit dem aktuell stark beachteten Virus gebracht werden kann und das die nichtübertragbaren Krankheiten weitaus höhere Sterberaten ohne Beteiligung dieses Virus verursachen. Diese Aussage soll nicht verharmlosen, sondern relativieren und die Aufmerksamkeit auch auf andere große Gesundheitsgefahren richten. Das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) schreibt auf seiner Internetseite: „86 Prozent der vorzeitigen Todesfälle gehen zurück auf Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen“. So sind beispielsweise 2017 in Deutschland über 670.000 Menschen an diesen Erkrankungen verstorben. (Quelle: Our World in Data, Johns Hopkins)

Deshalb sollte die Prävention der nichtübertragbaren Krankheiten, neben einem wirkungsvollen und zielgerichteten Infektionsschutz, in Zukunft einen deutlich höheren Stellenwert haben. Es ist außerdem momentan dringend notwendig, den Blick wieder auf alle gesundheitlichen Gefahren und deren Prävention zu richten.

Das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hat hierzu einen Beitrag verfasst, den Sie hier finden ...

8. Mai 2020

Mit GERT Vorerkrankungen bei älteren Menschen vermeiden

Wir beschäftigen uns nun seit über 10 Jahren mit den Wechselwirkungen alternsbedingter und krankheitsbedingter Veränderungen im Alter. Unser Alterssimulationsanzug GERT verdeutlicht die Effekte des gesunden Alters. Mit den weiteren Simulatoren können dann auch die Effekte typisch im Alter auftretender  Krankheiten erlebt werden. Das Ziel dieser Simulationen ist nicht nur die Steigerung der Empathie für die Betroffenen, wir möchten auch vor allem jüngere Menschen motivieren, ihr eigenes Altern positiv zu gestalten. Hierzu gehört im Wesentlichen, chronische Erkrankungen im Alter zu vermeiden. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die eigene Lebensweise das Risiko für chronische Erkrankungen maßgeblich beeinflusst. Gerade jetzt zeigt sich, dass die Vorerkrankungen älterer Menschen auch das Risiko deutlich erhöhen, an Infektionen schwer zu erkranken, was dann zu einem vorzeitigen Versterben führen kann. Eine dieser Vorerkrankungen ist die COPD, die bereits bei fast 7 Millionen Deutschen diagnostiziert wurde, wobei es eine hohe Dunkelziffer gibt. Die COPD ist eine schwere Atemwegserkrankung, die durch Umwelteinflüsse, aber vor allem durch das Rauchen, ausgelöst wird. Die Vorschädigung der Lunge durch Rauchen ist deshalb ein großer Risikofaktor, schwer an Atemwegsinfekten zu erkranken oder sogar zu versterben. Unser COPD-Simulator macht die Schädigung der Lunge und der damit verbundenen Atemnot erlebbar. Wir würden uns deshalb freuen, wenn unsere Simulatoren in Zukunft noch stärker im Bereich der Prävention eingesetzt werden. Zufriedene und gesunde ältere Menschen, das ist unser Ziel.

Hier finden Sie weitere Informationen zu unserem COPD-Simulator ...

8. November 2019

Motivation für Prävention mit dem Alterssimulationsanzug GERT

Prävention wird immer wichtiger, denn der moderne Lebensstil bringt Risiken für die Gesundheit. Doch ohne die Mitwirkung der Zielgruppe ist Prävention nicht möglich. Wie diese zur Mitwirkung bei der Prävention motiviert werden kann, darüber berichtet die Zeitschrift health@work in der aktuellen Ausgabe. Im Interview erkläre ich, wie der Alterssimulationsanzug GERT und die weiteren Simulatoren genutzt werden, um durch die Selbsterfahrung der Folgen von Gesundheitsrisiken, Motivation für Präventionsmaßnahmen zu erzeugen. Die Selbsterfahrung schafft einen temporären Leidensdruck und dieser motiviert zu Verhaltensänderungen. Dies ist ja letztendlich der Schlüssel zum Erfolg der Prävention.

Hier finden Sie den Beitrag als PDF-Datei ...

22. September 2019

Die New York Times schrieb über den Alterssimulationsanzug GERT

Ich habe gerade entdeckt, dass die New York Times einen Artikel über das US-amerikanische Architekturbüro Corgan veröffentlicht hat, das Flughäfen und Hotels mit unserem Alterssimulationsanzug GERT plant. Die New York Times schrieb: „Frau Flores ist die Leiterin für Experimentaldesign des Architekturbüros Corgan, und der fast 20 kg schwere Anzug sollte ihr, einer 32-jährigen, helfen, die körperlichen Herausforderungen als ältere Person erleben, sich durch die Welt zu bewegen. Brille und Kopfhörer „beeinträchtigten“ ihr Sehen und Hören. Die Handschuhe reduzierten das Empfinden und simulierten das Zittern der Hände. Mit Gewichten beschwerte Schuhe, zusammen mit Begrenzern für die Nacken-, Ellbogen- und Kniebeweglichkeit, erzeugten Bewegungseinschränkungen."

Den kompletten Artikel (in englisch) finden Sie hier ...